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Subaru im Wandel zum reinen Elektroauto-Hersteller für Europa

  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Nun ist es offiziell: Subaru hat in seinen Werken die letzten Fahrzeuge mit Verbrennungs- und Hybridantrieb für den europäischen Markt produziert. Künftig wird es in Europa nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb geben.


Die Subaru Modelle ab Baujahr 2026: Solterra, Uncharted, E-Outback. Quelle: Subaru
Die Subaru Modelle ab Baujahr 2026: Solterra, Uncharted, E-Outback. Quelle: Subaru

Subaru beendet Produktion von Verbrennern und Hybriden für Europa

Wie nun offiziell bekannt wurde, hat Subaru die Produktion der letzten Modelle mit reinem Verbrennungs- und Hybridantrieb für den europäischen Markt eingestellt. Der Outback war hierzulande ohnehin nur noch als «Final Edition» erhältlich – insgesamt 200 Fahrzeuge für die Schweiz. Auch Monate später kann er noch Konfiguriert werden. Die Nachfrage scheint überschaubar zu sein.

Inzwischen sind auch Impreza, Crosstrek und Forester aus der europäischen Produktion verschwunden. Auf dem japanischen Heimmarkt, Asien und vor allem in den USA werden diese Modelle weiterhin gebaut. Allerdings entweder als reine Verbrenner oder mit dem stärkeren «Strong Hybrid»-System.


Aus Sicht der Kundschaft

Als leidenschaftlicher Subaru-Fahrer und Fan seit Kindheit erlaube ich mir einige persönliche Gedanken: Bei Subaru gibt es im Wesentlichen zwei Kundengruppen. Die einen kamen aus Begeisterung für den Rallyesport zum Impreza WRX STI oder zu anderen sportlichen Modellen. Die anderen suchten in Subaru ein zuverlässiges Arbeitstier. Beide Gruppen gehören nicht unbedingt zu jenen, die sich nach einem Elektroauto sehnen.

Ein Subaru wurde selten «einfach so» gekauft, weil man gerade ein neues Auto suchte und sich inspirieren liess. Man liebte die Marke oder hatte eine klare Abneigung gegen sie.


Aus Sicht von Subaru

Wie jeder Hersteller, der mehr als eine Handvoll Fahrzeuge pro Jahr verkaufen und langfristig überleben will, muss auch Subaru den Schritt in die Elektromobilität wagen. Dank der Zugehörigkeit zu Toyota können beide Hersteller voneinander profitieren.

Die Importeure haben nach eigenen Angaben ausreichend Fahrzeuge eingekauft, um die Kundschaft bis 2027 mit neuen Modellen zu versorgen. Wer also noch ein Fahrzeug der «alten Schule» möchte, sollte jetzt zuschlagen. In Europa schliesst sich das Fenster für neue Subaru-Modelle mit Verbrennungsmotor nach und nach.

Aktuell gilt:

  • In der Schweiz und Deutschland ist die gesamte Fahrzeugflotte noch erhältlich.

  • In Norwegen gibt es bereits seit längerem nur noch den Solterra. Und inzwischen die weiteren Elektromodelle.

  • In Österreich und Italien ist der Impreza bereits nicht mehr verfügbar.

  • In Frankreich sind wie in Norwegen ausschliesslich die Elektromodelle zu kaufen.


Bisherige Elektromobilität von Subaru

Mit der ersten Generation des Solterra – baugleich mit dem Toyota bZ4X und dem Lexus RZ – brachte Subaru seinen ersten vollelektrischen SUV auf den Markt. Die technischen Daten waren allerdings noch bescheiden, und wichtige Funktionen wie integrierte Ladeplanung sowie Batterievorkonditionierung fehlten. Die Version vor dem Facelift konnte zudem nur einphasig mit Wechselstrom laden. Ab dem Facelift 2024 war immerhin dreiphasiges Laden mit 11 kW möglich. Die Anhängelast blieb bei 750 kg. Positiv: Die Werksgarantie stieg von drei auf fünf Jahre, die Batteriegarantie blieb wie von Beginn an bei acht Jahren bzw. 160’000 km.


Aktuelle und künftige Elektromobilität von Subaru

Mit der aktuellen Generation ab 2026 hat Subaru grundlegend nachgebessert. Die Preise sanken um knapp 10’000 Franken, die Werksgarantie wurde auf 10 Jahre bzw. 200’000 Kilometer erhöht und verlängert sich jeweils mit dem Service.

Weiterhin ist dreiphasiges AC-Laden möglich. In der höchsten Ausstattungsvariante ist sogar 22 kW On-Board-Lader serienmässig verbaut – ohne Aufpreis. Das ist alles andere als Standard. Die Schnellladeleistung bleibt bei 150 kW, wurde aber optimiert und soll nun auch bei Temperaturen bis minus 10 °C zuverlässig funktionieren. Mit der bewussten Begrenzung auf 150 kW wollen Subaru, Toyota und Lexus die Batterie schonen – aus meiner Sicht der richtige Weg. Neu gibt es zudem eine integrierte Ladeplanung im Navigationssystem sowie die Batterievorkonditionierung.

Auch Anhängerfahrer können sich freuen: Die Anhängelast wurde von 750 auf 1’500 Kilogramm verdoppelt. Von diesen Verbesserungen profitieren nicht nur der Solterra, sondern auch der Uncharted und der E-Outback, der ab Herbst/Winter 2026 erhältlich sein wird.

Mit der aktuellen Generation machen die drei Hersteller vieles richtig und beheben ihre früheren Schwächen gezielt.


Zurück zu Subaru: Inzwischen übertrumpfen die Elektroautos sogar die Leistungsdaten der früheren Top-Verbrenner. Der Uncharted in der Allradversion beschleunigt in 5,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h und leistet 252 kW (343 PS) – und ist damit schneller und stärker als der letzte normal käufliche WRX STI (5,2 Sekunden / 305 PS). Der E-Outback legt noch eine Schippe drauf: 4,5 Sekunden und 280 kW (380 PS).

Früher waren Beschleunigungswerte und PS-Angaben unter Petrol Heads das Mass aller Dinge. Seit dem Aufkommen der Elektromobilität werden zunehmend andere Kennzahlen in den Vordergrund gerückt.


Subaru wird in Europa mit Sicherheit viele Stammkunden verlieren. Das ist mir bewusst. Gleichzeitig sind die Elektromodelle inzwischen so ausgereift, dass sie auch neue Kundengruppen ansprechen können. Gerade mit der langen Garantie, dem permanenten Allradantrieb, der bewusst begrenzten Ladeleistung, dem umschaltbaren Innenspiegel (herkömmlich oder Kamera) und der Bodenfreiheit von 21 Zentimetern hat die Marke Argumente, mit denen sie punkten kann. Letztere liegt übrigens nur einen Zentimeter unter den früheren Verbrenner-Crossovern von Subaru – und ist bei Elektroautos heute alles andere als selbstverständlich.

Nun bleibt zu hoffen, dass Subaru auch die Lücken nach unten mit passenden Modellen schliesst. Mir fehlen weiterhin ein echter «E-Legacy» bzw. «E-Levorg», ein «E-Crosstrek», «E-Impreza», «E-WRX STI» und ein «E-Justy» – um bei der Namensgebung des E-Outback zu bleiben.

Mit dem Subaru Getaway hat die Marke künftig immerhin einen Siebensitzer im Angebot. Ob dieser auch in die Schweiz und nach Europa kommt, steht derzeit noch in den Sternen. Auch wenn es von aussen «wieder ein SUV mehr» ist: Ich hoffe, dass er den Weg nach Europa findet, damit hierzulande wieder ein siebensitziges Modell von Subaru erhältlich ist.


In eigener Sache

Vor einiger Zeit hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass Subaru einmal eine echte Elektrooffensive starten würde. Ich ging fest davon aus, dass die Marke jedes Modell weiterhin als reinen Verbrenner, als Hybrid und allenfalls als Plug-in-Hybrid anbieten würde. Schliesslich gab es in den USA bereits vor mehr als zehn Jahren den dort so genannten Crosstrek als Plug-in-Hybrid. Für mich war klar: Irgendwann würde Subaru ein oder zwei Elektromodelle auf den Markt bringen müssen. Einerseits, um neue Kunden anzulocken, andererseits, um die CO₂-Ziele zu erreichen.

Hätte man mich noch vor fünf Jahren gefragt, ob Subaru sich eher komplett aus dem europäischen Markt zurückzieht oder konsequent auf Elektrofahrzeuge setzt, hätte ich auf den Rückzug gewettet. Umso mehr freut es mich heute, diese Zeilen zu schreiben: Die Geschichte von Subaru in Europa geht weiter und die Marke geht hier sogar einen eigenen Weg.


Wie bereits eingangs erwähnt, bin ich durch und durch ein Subaru-Kind. Seit meiner Kindheit stand bei uns zu Hause immer ein Subaru, damals noch ein Legacy. Mein erstes eigenes Auto war dann ein 1,6-Liter Impreza. Später folgte ein Subaru XV e-BOXER. Ich war damals sogar bei der Vorstellung der e-BOXER-Generation im Autohaus meines Vertrauens dabei und bestellte einen Monat später. Eigentlich wollte ich damals schon ein reines Elektroauto. Das Problem: Der Occasionsmarkt war für meinen Anwendungsfall noch sehr überschaubar und wurde vor allem von grossen SUVs oder reinen kleinen Stadtflitzern beherrscht.


Durch einen glücklichen Zufall fand ich dann meinen aktuellen Begleiter: einen Solterra der ersten Generation (vor dem Facelift) aus dem Jahr 2023, zu einem mehr als fairen Preis. Ich liebäugelte damals zwischen einem Tesla Model 3 und dem Subaru Solterra. Schlussendlich (und nicht zuletzt dank Elon Musks öffentlichem Auftreten) entschied ich mich für den Subaru. So kann ich heute behaupten, dass ich bei Subaru alle drei Entwicklungsstufen – Verbrenner, Hybrid und vollelektrisch – selbst erlebt und gefahren habe.


Disclaimer

Wo in diesem Beitrag von «aktuell», «heute» oder ähnlichen Zeitangaben die Rede ist, gilt der Stichtag 25. Juli 2026.



Quellen

Subaru, 25.07.2026


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