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Erste Fahrt im Elektroauto: Das musst du unbedingt wissen

  • vor 16 Stunden
  • 7 Min. Lesezeit

Die erste Fahrt im Elektroauto ist einfacher als gedacht. Wichtig sind Unterschiede beim Starten und Fahren, das Verständnis der Rekuperation, die richtige Interpretation der Reichweite sowie das Laden unterwegs. Wer typische Anfängerfehler vermeidet, gewöhnt sich schnell daran.


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Starten und losfahren: Die Unterschiede

Die erste Fahrt mit einem Elektroauto fühlt sich oft ungewohnt an, ist aber einfacher als viele denken. Statt eines klassischen Motors startet das Fahrzeug lautlos. Meist genügt ein Druck auf den Startknopf oder einfach das Betätigen des Bremspedals. Danach ist das Auto sofort fahrbereit.

Manche Autos öffnen die Türen bereits wenn der Schlüssel/Smartphone in die Nähe des Autos kommt oder der Türgriff leicht berührt wird. Zudem schliessen einige Autos sogar die Türe von selbst, wenn auf die Bremse getreten wird oder der Gurt angelegt wird.


Beim Losfahren fällt besonders auf, wie direkt ein Elektroauto beschleunigt. Es gibt keine Gangschaltung und keine spürbaren Schaltvorgänge. Das Fahrzeug fährt ruhig und gleichmässig los. Die meisten Elektroautos besitzen auch nur ein Vorwärtsgang und ein Rückwärtsgang. Einige wenige Autos besitzen einen zweiten Vorwärtsgang. Somit kann das Auto relativ schnell beschleunigen und im zweiten Gang ist dennoch entweder eine Hohe Endgeschwindigkeit erreichbar oder das Auto ist auch in hohen Geschwindigkeiten sparsamer als mit einem einzelnen Gang.

Andere Autos hingegen haben simulierte Gänge. Heisst, der Fahrer kann über Schaltwippen "Gänge" wie bei einem Verbrenner Fahrzeug durchschalten. Das Auto verhält sich auch so: Gangwechsel-Ruckungen, Elastische Beschleunigung anhand der Drehzahl und der "Motorsound" entsprechend der Drehzahl sind anhand der Fahrzeugdaten simuliert. Dies kommt aber nur in sehr wenige Autos vor und das sind dann eher Sportfahrzeuge und/oder Spassfahrzeuge. Also nicht unbedingt Brot und Butter Autos die jedermann im Alltag fährt.

Dieser Modus lässt sich aber aktivieren oder deaktivieren. Ist dieser Deaktiviert, fährt es sich wieder wie ein gewöhnliches Elektroauto.


Rekuperation und One-Pedal-Drive

Beim Elektroauto wird beim Wegnehmen des Strompedals oft automatisch gebremst. Dieses System wird Rekuperation genannt. Dabei wird Bewegungsenergie zurückgewonnen und wieder in die Batterie geladen. So kann zusätzliche Reichweite gewonnen werden.

Das One-Pedel-Drive ist eine (meistens) stärkere Rekuperation. Diese macht technisch gesehen genau das gleiche wie die Rekuperation, jedoch kann damit je nach Fahrzeug bis zum stillstand verzögert werden. Somit kann oftmals tatsächlich nur mit einem Pedal gefahren werden. Die reine Rekuperation verzögert nur etwas. Beide Systeme sind zu Beginn gewöhnungsbedürftig aber schnell gewöhnt man sich daran. Es ist ratsam bei den ersten paar versuchen rechtzeitig vom Beschleunigungspedal zu gehen.


Das Bremsgefühl kann sich deshalb anders anfühlen als bei einem Benzin- oder Dieselauto. Je nach Fahrzeug wird stärker oder schwächer verzögert. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich jedoch daran und viele fahren dadurch sogar entspannter und vorausschauender.


Besonders beim One-Pedal-Drive verhält sich das beschleunigungs-Pedal etwas anders: Um überhaupt beschleunigen zu können muss das Pedal zu mind. 20% gedrückt werden. Wird weniger als 20% aufs Pedal gedrückt bremst das Auto wiederum. Beim ersten fahren mit One-Pedal-Drive ist dies aussergewöhnlich. Jedoch gewöhnt man sich schnell daran.


Auch da kocht jeder Hersteller seine eigene Suppe: Bei einigen Fahrzeugen wird die Rekuperationsstufe einmal eingestellt und die wird, bis sie geändert wird so gespeichert. Bei anderen muss diese jedes Mal beim starten des Fahrzeuges neu aktiviert werden. Wiederum andere Fahrzeuge haben eine fixe Einstellung, die nicht geändert werden kann.


Auswirkung auf das Fahrverhalten: Je nach Fahrbericht und eigene Erfahrung hilft es, bei Eis und Schnee die Rekuperation etwas weniger Stark einzustellen. Da aus Reflex beim ausbrechen des Hecks gerne der Fuss vom Beschleunigungspedal genommen wird, bremst das Auto dann überstark ab und das Heck kann noch stärker ausbrechen. Bei normalen Wetterbedingungen oder Regen ist es in der Regel kein Problem und die Rekuperation kann auf die höchste Stufe eingestellt werden.


Wichtig: Damit die Rekuperation funktioniert, sollte das Auto nicht auf 100% geladen sein, da das Auto die zurückgewonnene Energie sonst nicht im Akku speichern kann, da dieser bereits zu 100% voll ist. Meistens funktioniert die Rekuperation ab etwa 95% Akkustand (variiert ebenfalls je nach Fahrzeug).


Der Nachteil der Rekuperation und One-Pedal-Drive: Weil die Bremse weniger oft mehr betätigt wird, können die Bremsscheiben beginnen Flugrost auf der äuusserten Schicht zu bekommen. Ebenso hocken die Bremskolben eher mal fest.

Das ist der Hauptgrund, weshalb Elektroautos - insbesondere Tesla - bei der periodischen Fahrzeugkontrolle (MKF) durchfallen, wenn diese zuvor nicht in der Werkstatt zur Kontrolle waren.


Anzeige von Reichweite richtig Interpretieren

Die angezeigte Reichweite eines Elektroautos ist immer nur ein ungefährer Wert. Sie verändert sich laufend, je nachdem wie und wo gefahren wird.


Ein grosser Faktor ist die Geschwindigkeit. Je höher die Geschwindigkeit, desto höher der Verbrauch. Dies ist Physik und ist bei jedem Treibstoff gleich. Egal ob Benzin, Diesel, Wasserstoff oder Elektro. Bei gemütlicher Fahrt über Land oder in der Stadt sinkt der Verbrauch auf ein angenehmes Niveau. Auch Berge haben einen Einfluss: Bergauf steigt der Verbrauch stärker an, während beim Bergabfahren durch Rekuperation wieder etwas Energie zurückgewonnen werden kann.


Zusätzlich beeinflussen Heizung und Klimaanlage die Reichweite. Vor allem im Winter benötigt die Heizung viel Energie. Auch die Aussentemperatur spielt eine wichtige Rolle. Kalte Batterien arbeiten weniger effizient, weshalb die Reichweite bei tiefen Temperaturen oft geringer ist als im Sommer.


Laden unterwegs

Das Laden unterwegs wirkt am Anfang oft komplizierter, als es wirklich ist. Mit etwas Vorbereitung werden auch längere Fahrten schnell entspannt und einfach.


Ladeplanung

Bei längeren Strecken hilft eine Ladeplanung. Dabei wird berechnet, wann und wo das Fahrzeug geladen werden sollte. Viele moderne Elektroautos haben diese Funktion direkt im Navigationssystem integriert. Alternativ gibt es Apps wie "A Better Routeplanner", welche passende Ladestopps automatisch planen.


Vorkonditionieren der Batterie

Damit ein Elektroauto möglichst schnell laden kann, sollte die Batterie die richtige Temperatur haben. Dieses Vorwärmen oder Kühlen nennt man Vorkonditionieren.


Nicht jedes Fahrzeug unterstützt diese Funktion. Einige Autos starten die Vorkonditionierung automatisch, sobald im Navigationssystem eine Schnellladestation ausgewählt wird. Andere Fahrzeuge erlauben das manuelle Aktivieren.


Ladeapps, Ladekarten und Bezahlen

Je nach Ladestation wird eine App, eine Ladekarte oder eine Kreditkarte zum Bezahlen benötigt. Besonders im Ausland lohnt es sich, vor der Reise zu prüfen, welche Anbieter unterstützt werden. Nicht jede Ladekarte funktioniert überall und beim sogenannten Roaming können zusätzliche Kosten entstehen.


Unterwegs unkompliziert laden

Auf längeren Fahrten wird meistens an Schnellladestationen geladen. Dabei lädt man häufig von etwa 20% bis 80%, da dies am schnellsten geht. Für die tägliche Nutzung reicht es bei vielen Fahrzeugen, den Akku bis ungefähr 80% zu laden. Vor langen Fahrten kann problemlos auf 100% geladen werden.


Über Nacht oder bei längeren Standzeiten eignen sich langsamere Ladestationen besonders gut. Diese liefern oft bis zu 22 kW Ladeleistung und schonen gleichzeitig den Akku.


Wenn möglich sollte direkt nach der Fahrt geladen werden und nicht erst vor der Abfahrt. Der Akku ist dann bereits warm und kann häufig schneller laden.


Ladezeiten verstehen

Bei Schnellladungen kann oft mit ungefähr 30 Minuten gerechnet werden, um den Akku von 20% auf 80% zu laden. Moderne Elektroautos schaffen dies teilweise bereits in 15 bis 20 Minuten.


Die letzten Prozent dauern jedoch deutlich länger. Das Laden von 80% auf 100% benötigt oft ähnlich viel Zeit wie von 20% auf 80%.


Für mehr Informationen zum Laden siehe den separaten Blogbeitrag zum Thema Laden von Elektroautos.


Mögliche Beschäftigungen beim warten an der Ladestation

Freizeitgestaltung: Eine Ladepause dauert meist nur etwa 20 bis 30 Minuten. Diese Zeit lässt sich gut nutzen und fühlt sich oft wie eine normale kurze Pause im Alltag an.


Viele nutzen die Zeit zum Essen oder für einen WC-Besuch. Andere gehen kurz spazieren, zum Beispiel in der Umgebung oder bei nahegelegenen Sehenswürdigkeiten. Auch Einkaufen ist möglich, wenn sich Shops direkt bei der Ladestation befinden.


Für Unterhaltung sorgen Social Media, Streamingdienste wie YouTube oder Netflix, Musik oder Podcasts. Einige Fahrzeuge bieten sogar integrierte Spiele oder andere Entertainment-Funktionen an. Oft entstehen auch Gespräche mit anderen Elektroauto-Fahrer*innen an der Ladestation.


Ladepause im Berufsalltag

Im Alltag kann die Ladezeit ebenfalls produktiv genutzt werden. Zum Beispiel für E-Mails, Telefonate oder das Schreiben von Rapports und Notizen. Auch die Planung des nächsten Termins oder Arbeitstags passt gut in diese kurze Pause.


Generelle Möglichkeiten

Während der Ladepause kannst die Zeit auch gut genutzt werden, um Dateien wie Dokumente oder Fotos auf den Geräten zu sortieren und Ordnung zu schaffen. Ebenso eignet sich die kurze Wartezeit ideal, um einfach zu entspannen und abzuschalten. Wer möchte, kann auch ein kurzes Nickerchen machen und neue Energie tanken.


Typische Anfängerfehler vermeiden

Viele unterschätzen am Anfang ihren echten Fahr- und Ladebedarf. Häufig wird ein zu grosses Auto gewählt oder die Reichweite wird falsch eingeschätzt. Wichtig ist, sich vorher klarzumachen, wie und wo man das Auto im Alltag wirklich nutzt. Auch zu wenig Planung bei Lademöglichkeiten führt oft zu Unsicherheit in den ersten Wochen.


Was muss mein Elektroauto können?

Das passende Elektroauto hängt stark vom eigenen Alltag ab. Für die Stadt reicht oft ein kleineres Modell mit moderater Reichweite, während für lange Strecken mehr Akkukapazität sinnvoll ist. Die Ladegeschwindigkeit spielt eine grosse Rolle, besonders wenn man häufig unterwegs lädt. Auch Platzbedarf ist wichtig, inklusive Kofferraum und eventuell Frunk (vorderer Stauraum). Bei der Antriebstechnik gibt es Front-, Heck- oder Allradantrieb. Allrad bietet mehr Leistung und Traktion, verbraucht aber oft etwas mehr Energie.


Reichweite richtig wählen

Die Reichweite sollte zum Fahrprofil passen und nicht überdimensioniert sein. Wer hauptsächlich in der Stadt fährt, braucht deutlich weniger als jemand mit täglichen Autobahnstrecken. Eine realistische Einschätzung ist wichtiger als die maximale Herstellerangabe. Wer Zuhause laden kann und das Auto hauptsächlich für kurze und mittlere Pendlerstrecken benötigt, braucht auch nicht die gleiche Reichweite, wie jemand, der die gleiche Strecke hat, aber nicht Zuhause laden kann.


Ladeinfrastruktur im Alltag prüfen

Vor dem Kauf sollte klar sein, wo geladen werden kann. Idealerweise zu Hause oder am Arbeitsplatz. Öffentliche Lademöglichkeiten sind eine gute Ergänzung, ersetzen aber nicht immer das Laden im Alltag. Dabei ist wichtig zu unterscheiden zwischen langsamen AC-Ladern (bis 22 kW) und Schnellladern (DC), die deutlich schneller sind. Schnelllader eignen sich vor allem für unterwegs, während AC-Lader gut für längere Standzeiten sind.


Ladegeschwindigkeit verstehen

Ein Auto mit hoher Ladeleistung spart viel Zeit auf Reisen. Für Vielfahrer ist das besonders wichtig, da kurze Stopps an Schnellladern entscheidend sind. Wer selten lange Strecken fährt, kann auch mit geringerer Ladeleistung gut zurechtkommen.


Grösse und Alltagstauglichkeit

Die Fahrzeuggrösse sollte zum eigenen Alltag passen. In der Stadt ist ein kompaktes Auto oft praktischer, während für Familie oder Gepäck mehr Platz nötig ist. Ein zu grosses Fahrzeug kann im Alltag unnötig unpraktisch sein.


Infrastruktur-Absicherung (Plan B)

Es lohnt sich, immer eine Alternative zu haben. Nicht jede Ladestation funktioniert immer zuverlässig oder ist verfügbar. Deshalb ist es sinnvoll, mehrere Ladeoptionen in der Nähe zu kennen, damit man flexibel bleibt.


Häufig übersehene Punkte

Viele denken zu wenig an die Vorkonditionierung der Batterie, die für schnelles Laden wichtig sein kann. Auch die Kostenstruktur beim Laden wird oft unterschätzt, da diese je nach Anbieter stark variieren kann. Zudem lohnt es sich, sich mit Software-Updates und App-Steuerung des Fahrzeugs zu beschäftigen, da moderne Elektroautos viele Funktionen digital erweitern können.


Fazit

Die erste Fahrt mit einem Elektroauto ist meist einfacher als erwartet. Viele Unterschiede zum Verbrenner wirken am Anfang ungewohnt, wie das leise Fahren, die Rekuperation oder die Anzeige der Reichweite. Nach kurzer Zeit wird jedoch klar, dass die Bedienung intuitiv ist und sich schnell ein gutes Gefühl einstellt.


Wichtig ist vor allem, die eigene Nutzung realistisch einzuschätzen: passende Reichweite wählen, Ladeinfrastruktur kennen und ein Gefühl für das Laden unterwegs entwickeln. Wer diese Grundlagen versteht, fährt schnell entspannt und sicher mit dem Elektroauto.


Elektromobilität ist kein kompliziertes System, sondern eher eine neue Art, Mobilität zu denken. Mit etwas Erfahrung wird das Laden zur Routine und viele Abläufe werden sogar praktischer als beim klassischen Auto.



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