Teures Benzin, günstiger Strom? Der Realitätscheck
- Voltsphere
- 8. März
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. März
Steigende Treibstoffpreise führen dazu, dass viele Autofahrer ihre Mobilitätskosten genauer betrachten. In diesem Vergleich wurden verschiedene Fahrzeugklassen untersucht, die sowohl als Verbrenner als auch als Elektroauto erhältlich sind. Dabei zeigt sich, dass Elektroautos in den meisten Fällen bereits heute günstigere Energiekosten pro Kilometer verursachen. Besonders bei grösseren Fahrzeugen kann die jährliche Ersparnis mehrere hundert Franken betragen.

Die Preise für Benzin und Diesel schwanken seit Jahren stark. Gerade in Zeiten politischer Spannungen oder steigender Rohstoffpreise merken Autofahrer*innen schnell, wie empfindlich der Treibstoffpreis reagieren kann. Was heute noch einigermassen bezahlbar wirkt, kann morgen bereits deutlich mehr kosten. Für viele stellt sich deshalb immer öfter die Frage: Was kostet Autofahren eigentlich wirklich?
Wer ein Auto mit Verbrennungsmotor fährt, ist direkt vom Treibstoffpreis abhängig. Steigt der Preis pro Liter, steigen automatisch auch die Kosten pro Kilometer. Bei einem Elektroauto sieht die Situation anders aus. Zwar können auch Strompreise variieren, doch die Schwankungen sind in der Regel deutlich geringer als beim Ölmarkt. Gleichzeitig sind Elektroautos wesentlich effizienter. Ein grosser Teil der eingesetzten Energie wird tatsächlich für die Fortbewegung genutzt, während beim Verbrennungsmotor viel Energie als Wärme verloren geht.
Genau hier wird der Unterschied im Alltag sichtbar. Während beim Verbrenner jeder gefahrene Kilometer direkt mit Benzin oder Diesel bezahlt wird, fährt ein Elektroauto mit Strom, der meist deutlich günstiger pro gefahrenen Kilometer ist. Besonders beim Laden zuhause oder an günstigen öffentlichen Ladestationen können die Kosten pro Kilometer spürbar tiefer liegen.
Ein weiterer Punkt ist die Planbarkeit. Strompreise verändern sich meist langsamer und weniger stark als Treibstoffpreise. Das bedeutet: Wer elektrisch fährt, kann seine Mobilitätskosten oft besser abschätzen. Beim Verbrenner hingegen kann eine Preiserhöhung an der Tankstelle sehr schnell mehrere Franken pro Tankfüllung ausmachen.
Natürlich hängt der tatsächliche Kostenunterschied immer von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem das Fahrzeug, der Verbrauch, der Fahrstil sowie der aktuelle Energiepreis. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf konkrete Beispiele. In den folgenden Berechnungen vergleiche ich die Treibstoff Kosten zwischen einem Verbrenner und einem Elektroauto im Alltag.
So wird schnell sichtbar, wie stark sich steigende Treibstoffpreise auf die realen Fahrkosten auswirken können und weshalb Elektroautos in vielen Situationen bereits heute deutlich günstiger unterwegs sind.
Ich habe Fahrzeuge ausgewählt, die sowohl als Verbrenner als auch als Elektroauto erhältlich sind. Dadurch lässt sich deutlich einfacher aufzeigen, welcher Antrieb beziehungsweise welcher Treibstoff sich tatsächlich lohnt. Für den Vergleich wurden jeweils die Basisvarianten der Fahrzeuge ohne zusätzliche Konfiguration berücksichtigt.
Die ausgewählten Modelle decken verschiedene Fahrzeugklassen ab: vom Kleinwagen über ein Kompakt-SUV bis hin zu einer Limousine und einem schweren Geländewagen.
Auch in diesem Vergleich zeigt sich gut, in welchen Bereichen Elektromobilität besonders stark ist und wo der Unterschied kleiner ausfällt. Beim Beispiel des Kleinwagens ist der Verbrenner tatsächlich sogar leicht günstiger. In allen anderen Kategorien liegt jedoch das Elektroauto vorne. Auf ein Jahr gerechnet ergibt sich dadurch schnell eine Ersparnis von mehreren hundert Franken.
In diesen Berechnungen wurden bewusst keine Anschaffungskosten, Wartungskosten, Verschleissteile, Versicherungen oder Fahrzeugsteuern berücksichtigt. Der Vergleich bezieht sich ausschliesslich auf die reinen Energiekosten, also auf Benzin beziehungsweise Strom für den Betrieb des Fahrzeugs.
Berechnungen:
Treibstoff, als Quelle die Migrol Service, Riedbachstrasse 104, 3027 Bern beim Weside in Bern, Schweiz, Stand: Sa. 07.03.2026.
Bleifrei 95: 1.70 CHF/Liter
Diesel: 1.85 CHF/Liter
CCS 2 128 kW: 0.55 CHF/kWh
CCS 2 320 kW: 0.59 CHF/kWh
CCS 2 Durchschnitt: 0.57 CHF/kWh
Beim elektrischen Laden wurde ein Durchschnittspreis von 0.57 CHF/kW angenommen.
Je nach Fahrzeug kann sich jedoch der eine oder der andere Lader stärker lohnen. Zudem kann es vorkommen, dass eine Station besetzt ist und deshalb auf die jeweils andere ausgewichen werden muss.
Der Preis von 0.57 CHF/kWh stellt für DC-Schnellladen in dieser Leistungsklasse zudem einen relativ guten und realistischen Durchschnittswert dar.
Alle Kostenangaben verstehen sich in CHF.
Opel Corsa | 1.2 Direct Injection Turbo 74 kW (100 PS) | Elektromotor mit Batterie 50 kWh (136 PS) | |||
Treibstoff | Benzin | Elektro | |||
WLTP Verbrauch 100 km | 5.10 L | 15.80 kWh | Benzinäquivalent: 1.7L | ||
Liter | Kosten | kWh | Kosten | Ersparnis in CHF | |
Kosten 100 km | 5.10 | 8.67 | 15.80 | 9.00 | +0.34 |
Kosten 10'000 km | 510 | 867 | 1580 | 900.60 | +33.60 |
Kosten 20'000 km | 1020 | 1734 | 3160 | 1892.20 | +67.20 |
Kosten 30'000 km | 1530 | 2601 | 4750 | 2701.80 | +100.80 |
Kosten 50'000 km | 2550 | 4335 | 7900 | 4503.00 | +168.00 |
Ford Puma | Titanium, 1,0 l EcoBoost Mild-Hybrid (MHEV) 92 kW (125 PS) 6-Gang-Schaltgetriebe | Gen-E Elektromotor 124 kW (168 PS) - 47kWh, Frontantrieb | |||
Treibstoff | Benzin | Elektro | |||
WLTP Verbrauch 100 km | 5.50 L | 14.30 kWh | Benzinäquivalent: 1.6L | ||
Liter | Kosten | kWh | Kosten | Ersparnis in CHF | |
Kosten 100 km | 5.50 | 9.35 | 14.30 | 8.15 | -1.20 |
Kosten 10'000 km | 550 | 935 | 1430 | 815.10 | -119.90 |
Kosten 20'000 km | 1100 | 1870 | 2860 | 1630.20 | -239.80 |
Kosten 30'000 km | 1650 | 2805 | 4290 | 2445.30 | -359.70 |
Kosten 50'000 km | 2750 | 4675 | 7150 | 4075.50 | -599.50 |
BMW 4er-Serie | 420i Gran Coupé Basisvariante | i4 eDrive35 Gran Coupé | |||
Treibstoff | Benzin | Elektro | |||
WLTP Verbrauch 100 km | 6.70 L | 15.10 kWh | Benzinäquivalent: 1.66L | ||
Liter | Kosten | kWh | Kosten | Ersparnis in CHF | |
Kosten 100 km | 6.70 | 11.39 | 15.10 | 8.61 | -2.78 |
Kosten 10'000 km | 670 | 1139 | 1510 | 860.70 | -278.30 |
Kosten 20'000 km | 1340 | 2278 | 3020 | 1721.40 | -556.60 |
Kosten 30'000 km | 2010 | 3417 | 4530 | 2582.10 | -834.90 |
Kosten 50'000 km | 3350 | 5695 | 7550 | 4303.00 | -1391.50 |
Audi A6 | TDI quattro 150 kW S tronic Basis | Sportback e-tron Basis | |||
Treibstoff | Diesel | Elektro | |||
WLTP Verbrauch 100 km | 5.40 L | 14.45 kWh | Benzinäquivalent: 1.59L | ||
Liter | Kosten | kWh | Kosten | Ersparnis in CHF | |
Kosten 100 km | 5.40 | 9.99 | 14.45 | 8.24 | -1.75 |
Kosten 10'000 km | 540 | 999 | 1445 | 823.65 | -175.35 |
Kosten 20'000 km | 1080 | 1998 | 2890 | 1647.30 | -350.70 |
Kosten 30'000 km | 1620 | 2997 | 4335 | 2470.00 | -526.05 |
Kosten 50'000 km | 2700 | 4995 | 7225 | 4118.25 | -876.75 |
Mercedes-Benz G-Klasse | G 450 d Mild Hybrid | G 580 with EQ Technology | |||
Treibstoff | Diesel | Elektro | |||
WLTP Verbrauch 100 km | 8.70 L | 28.00 kWh | Benzinäquivalent: 3.08L | ||
Liter | Kosten | kWh | Kosten | Ersparnis in CHF | |
Kosten 100 km | 8.70 | 16.10 | 28.00 | 15.96 | -0.13 |
Kosten 10'000 km | 870 | 1609.50 | 2800 | 1596.00 | -15.30 |
Kosten 20'000 km | 1740 | 3219.00 | 5600 | 3192.00 | -27.00 |
Kosten 30'000 km | 2610 | 4828.50 | 8400 | 4788.00 | -40.50 |
Kosten 50'000 km | 4350 | 8047.50 | 14000 | 7980.00 | -67.50 |
Mit dieser Auflistung hoffe ich, eine übersichtliche Darstellung gegeben zu haben, wie viel Kosten eingespart werden können, wenn auf ein Elektroauto gewechselt wird.
Zwei Dinge dürften viele überrascht haben:
Beim Opel Corsa verursacht die Elektrovariante höhere Energiekosten als der vergleichbare Verbrenner. Dabei sollten jedoch einige wichtige Aspekte berücksichtigt werden:
Grundsätzlich eignen sich Elektroautos aufgrund des Platzbedarfs für den Akku eher für grössere Fahrzeuge oder für Modelle, die von Anfang an auf einer speziell für Elektroautos entwickelten Plattform aufgebaut wurden.
Kleinere Elektroautos verfügen oft über eine vergleichsweise kurze und flache «Motorhaube» sowie eine steilere Frontscheibe als grössere Fahrzeuge. Dadurch lässt sich auf kompakter Fläche ein relativ grosser Innenraum schaffen. Gleichzeitig führt diese Bauweise jedoch zu einer grösseren Stirnfläche, was den Luftwiderstand erhöht. Vereinfacht gesagt wirkt es aerodynamisch fast so, als würde man einen Schrank durch den Fahrtwind schieben.
Zudem sind Kleinwagen selten als klassische Limousinen gebaut, sondern meist als sogenannte Hatchbacks. Fahrzeuge mit einer stärker coupéartigen oder limousineähnlichen Form erreichen in der Regel bessere Verbrauchswerte als eher kastenförmige Karosserieformen. Dies zeigt sich besonders deutlich, wenn ein Hersteller mehrere Karosserievarianten mit sonst identischer Technik anbietet. In solchen Fällen ist die «Fliessheck»-Variante in der Regel effizienter. Ein gutes Beispiel dafür sind der Audi Q4 e-tron und der Audi Q4 Sportback e-tron, bei denen die Sportback-Version durch ihre aerodynamischere Form einen geringeren Verbrauch aufweist.
Man kann diesen Vergleich jedoch nicht auf alle Kleinwagen direkt übertragen. In jeder Kategorie gibt es Fahrzeuge, die eher für den Verbrenner- oder den Elektroantrieb entwickelt wurden. Ein Kleinwagen eines anderen Herstellers kann durchaus wieder einen niedrigeren Verbrauch als Elektroauto aufweisen als der vergleichbare Verbrenner.
Auch die Mercedes-Benz G-Klasse sorgt in diesem Vergleich für eine interessante Beobachtung. Trotz ihrer sehr grossen Stirnfläche und der extrem eckigen Bauweise weist die elektrische Variante einen leicht tieferen Energieverbrauch auf als die vergleichbare Version mit Verbrennungsmotor.
Auf den ersten Blick wirkt das überraschend, denn aufgrund der zuvor genannten Punkte müsste ein solches Fahrzeug aerodynamisch eigentlich besonders ineffizient sein. Trotzdem zeigt sich in der Praxis, dass der elektrische Antrieb hier einen gewissen Effizienzvorteil mit sich bringt.
Eine mögliche Erklärung liegt unter anderem in der Leistung der jeweiligen Modelle. Bereits die Verbrenner-Version der G-Klasse verfügt über eine sehr hohe Motorleistung von 270 kW + 15 kW (367 PS + 20 PS). Die elektrische Variante liegt mit 432 kW (587 PS) nochmals deutlich darüber. Auch wenn der Unterschied weiterhin gross ist, spielt bei einem so schweren Fahrzeug mit dieser Bauform die verfügbare Leistung eine wichtige Rolle, um die Masse überhaupt effizient in Bewegung zu setzen.
Hinzu kommt, dass Elektromotoren ihre Kraft sehr direkt und effizient bereitstellen. Gerade bei schweren Fahrzeugen kann dies dazu beitragen, dass der Energieeinsatz im Alltag trotz ungünstiger Aerodynamik etwas effizienter ausfällt als bei einem vergleichbaren Verbrenner.
Würde man sämtliche Kosten berücksichtigen, würde schnell sichtbar, dass ein Elektroauto in den meisten Fällen günstiger ist als ein vergleichbarer Verbrenner.
Dies beginnt bereits bei den Wartungskosten. Bei einem Elektroauto liegen diese je nach Fahrzeug und Nutzung oft zwischen 0 CHF und maximal etwa 250 bis 500 CHF pro Jahr. Dies hängt unter anderem davon ab, welche Verschleissteile ersetzt werden müssen, beispielsweise Scheibenwischerblätter, Scheibenwaschwasser, Bremsflüssigkeit oder der Innenraumfilter. Bei Verbrennerfahrzeugen beginnen die Wartungskosten hingegen meist bei rund 400 CHF und können bei einem gewöhnlichen Fahrzeug schnell über 1'000 CHF pro Jahr betragen (je nach Aufwand des Services).
Der Reifenverschleiss ist bei vergleichbaren Elektroautos teilweise etwas höher. Dies liegt einerseits an den besseren Beschleunigungswerten und teilweise auch am höheren Fahrzeuggewicht. Gleichzeitig wird jedoch im normalen Fahrbetrieb die Fussbremse deutlich weniger genutzt. Durch die Rekuperation beim Verzögern werden die Bremsen stark entlastet. Dadurch können Bremsbeläge und Bremsscheiben teilweise über 200'000 km halten. Häufiger tritt eher das Problem auf, dass Bremsscheiben Flugrost ansetzen oder Bremskolben durch die seltene Nutzung festgehen. Deshalb empfiehlt es sich, die Bremsanlage bei Wartungen regelmässig zu prüfen und gegebenenfalls wieder gängig zu machen.
Die Fahrzeugsteuer ist in der Schweiz von Kanton zu Kanton unterschiedlich geregelt. Einige Kantone erheben gar keine Fahrzeugsteuer auf Elektroautos, andere gewähren zumindest eine Reduktion. Im Kanton Bern, wo Voltsphere zuhause ist, fällt im Jahr der Erstinverkehrsetzung sowie in den drei Folgejahren nur ein Viertel der normalen Fahrzeugsteuer an. Nach diesen maximal vier Jahren wird die Steuer wieder gleich berechnet wie bei vergleichbaren Verbrennerfahrzeugen.
Zusätzlich gibt es weitere Vorteile. In Thun kann beispielsweise die „Parkkarte N“ für emissionsarme Fahrzeuge gelöst werden. Damit ist das Parkieren auf öffentlichen Parkplätzen der Stadt Thun kostenlos möglich, jeweils bis zur maximal erlaubten Parkdauer. Eine Parkscheibe muss dabei hinterlegt werden.
In anderen Städten oder Kantonen gibt es wiederum andere Vorteile. Teilweise dürfen Elektroautos bestimmte Busspuren mitbenutzen, wodurch sich Staus umgehen und Zeit sparen lassen.
Besonders interessant ist, wie wenig Energie Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern benötigen, wenn man das Benzin-Äquivalent als Massstab nimmt. Selbt SUV lassen sich mit 2L Benzin-Äquivalent bestens bewegen. Das ist bei aktuell keinem Serienmässigen SUV ohen Hybrid machbar.
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Hinweis: Das Bild wurde mithilfe KI erstellt.




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